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Schadensersatzrecht und Versicherungsrecht | 02.07.2018

Wasser­schaden

Welche Versicherung kommt für Wasser­schäden in der Wohnung auf

Bei Wasser­schäden gilt das Verursacher­prinzip

Zahlen muss derjenige, auf den der Schaden zurückgeht. In bestimmten Fällen kann es aber passieren, dass der Verursacher auf seinen Kosten sitzen­bleibt.

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Es tropft von der Zimmerdecke, und auf dem Boden breitet sich eine Wasserlache aus. Alles nass und durchweicht - das ist sowohl für Mieter als auch für Vermieter ein Alptraum. Die Ursachen eines solchen Schadens können vielfältig sein. Ein Rohrbruch etwa oder eine aus­gelaufene Wasch­maschine. Gut, wenn Betroffene wenigstens die richtigen Versicherungen haben, die für die Schadens­regulierung aufkommen. Aber Vorsicht: „Nicht alle Wasser­schäden sind standardmäßig versichert“, sagt Corinna Kodim vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland.

Wohngebäudeversicherung bei Wasserschaden am Gebäude

Grund­sätzlich gilt: „Für den Schaden aufkommen muss derjenige, der ihn verursacht hat“, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Bricht also ein altes Rohr, weil der Vermieter seiner Instandhaltungs­pflicht nicht nachgekommen ist, muss er für alle Schäden am Gebäude aufkommen. Für Schäden am Hausrat des Mieters ist er aber nicht zuständig - die muss der Mieter seiner Hausrats­versicherung melden, die den Schaden übernimmt und prüft, wen sie dafür eventuell zur Verantwortung ziehen kann.

Wasser­schäden, die der Versicherung gemeldet werden, sind alles andere als eine Seltenheit. „Jährlich zählen die Gebäude­versicherer deutschland­weit über 1,1 Millionen Leitungs­wasser­schäden“, erklärt Mathias Zunk. „Im Schnitt entsteht alle 30 Sekunden ein Leck“, sagt der Verbraucher­experte beim Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) in Berlin. Die Kosten summierten sich 2015 auf 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kamen laut Mathias Zunk 230 Millionen Euro Schäden in der Hausrats­versicherung.

Hausratversicherung bei Schäden am Inventar

Mieter ohne Hausrats­versicherung müssen selbst vom Verursacher Schaden­ersatz verlangen. Dann springt in der Regel die Haft­pflicht­versicherung des Verursachers ein, voraus­gesetzt seine Schuld ist erwiesen. Wenn in einer Mietwohnung etwa die Wasch­maschine aus- oder die Badewanne überläuft, zahlt der Mieter beziehungs­weise eine Hausrats­versicherung für Schäden innerhalb der Wohnung.

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Haftpflichtversicherung bei Schäden an der Nachbarwohnung

Für die durch den Mieter verursachten Wasser­schäden außerhalb der eigenen Wohnung, etwa beim Nachbarn, kommt die Haft­pflicht­versicherung des Mieters auf. „Mieter sollten daher neben der Hausrats­versicherung immer auch eine Haft­pflicht­versicherung haben“, so Bianca Boss.

Allerdings: „Im Fall eines leck­geschlagenen Aquariums oder eines aus­gelaufenen Wasserbetts kommen die Versicherungen oft nicht für die Wasser­schäden auf“, erklärt Corinna Kodim. Denn für solche Fälle ist in der Regel eine erweiterte Police nötig. Wurde sie nicht abgeschlossen, besteht die Gefahr, dass der Verursacher des jeweiligen Wasser­schadens auf den Kosten sitzen bleibt.

Das kann auch passieren, wenn in einer Wohn­eigentümer­gemeinschaft nicht der Mieter, sondern ein selbst­nutzender Eigentümer der Verursacher des Schadens ist. Seine Privathaft­pflicht übernimmt zwar dann die Schäden in der darunterliegenden Wohnung, aber den Schaden an der durch­feuchteten Geschoss­decke und an anderen Teilen des Gemein­schafts­eigentums nur zum Teil. Das bedeutet, dass der Schadens­verursacher einen Teil der Kosten - nämlich den, der seinem Wohnungs­eigentum entspricht - selbst zahlen muss.

Sofortmaßnahmen bei einem Wasserschaden

Welche Leistungen der Versicherer konkret erbringt und unter welchen Bedingungen, regelt der individuelle Vertrag. „Mieter und Haus­besitzer sollten deshalb ihre jeweilige Police prüfen, wie Wasser­schäden konkret versichert sind“, rät Mathias Zunk. Wurde es versäumt, den Versicherer rechtzeitig über einen eingetretenen Wasser­schaden zu unterrichten, kann dieser die Zahlung verweigern und kürzen, wie Corinna Kodim sagt. Was konkret unter „rechtzeitig“ zu verstehen ist, ist in der Regel im Vertrag geregelt.

„Der Mieter steht im Fall eines Wasser­schadens in der Pflicht, alles zu tun, um den Schaden gering zu halten“, sagt Bianca Boss. Dazu gehört, den Haupt­wasserhahn abz­uschalten, mit Eimer oder Schüssel aus­laufendes Wasser aufzufangen, aufwischen - und wenn es ganz schlimm kommt: die Feuerwehr rufen.

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Schaden melden und dokumentieren

Ebenfalls wichtig: Den Schaden so bald wie möglich dem Vermieter melden. Er kann dann prüfen, ob weitere Gebäude­schäden oder Schäden in anderen Wohnungen entstanden sind und dafür sorgen, dass sie beseitigt werden. Für den Versicherer sollten außerdem Schäden dokumentiert werden, etwa mit Fotos und mit einer Auflistung.

Elementarschadenversicherung ratsam

Mathias Zunk empfiehlt, dass Mieter und Vermieter ihre Wohn­gebäude- und Hausrats­versicherung um eine Versicherung gegen erweiterte Natur­gefahren - die sogenannte Elementar­schaden­versicherung -ergänzen sollten. „Nur mit dieser sind sie gegen die Folgen von Starkregen und Über­schwemmungen versichert“, so der GDV-Verbraucher­experte. Auch Schäden durch Erdrutsche, Lawinen und Schneedruck sind mit dieser Police abgesichert.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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