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Arbeitsrecht | 26.06.2018

Ärger um Körper­schmuck

Körperkunst: Darf der Chef Täto­wierungen und Piercings verbieten?

Ob Kleider­ordnungen oder Täto­wierungen - das Weisungs­recht des Chefs hat Grenzen

Stecker in der Nase und Bilder auf dem Arm sind heute keine Seltenheit mehr. Sogar eine tätowierte First Lady gab es schon - dank Bettina Wulff. Und doch gibt es Arbeitgeber, die Täto­wierungen oder Piercings verbieten. Dürfen die das?

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In den meisten Fällen nicht, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht und Vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. „Im Grundsatz darf jeder Arbeit­nehmer erst einmal machen, was er will.“ Will der Arbeitgeber Vorschriften zum Äußeren machen, braucht er ein berechtigtes Interesse daran. So ist es zum Beispiel nachvollziehbar, dass Arbeitgeber halbwegs vorzeigbare Mitarbeiter haben möchten, sagt Rechtsanwalt Johannes Schipp: „Dass jemand gepflegt ist, kann ich erwarten.“

Arbeitgeber braucht für ein Verbot gute Gründe

Auch Kleider­ordnungen sind deshalb erlaubt, aber nur unter bestimmten Umständen. Und noch schwieriger wird es bei Täto­wierungen, die sich nicht einfach abnehmen lassen, sowie Piercings oder außergewöhnlicher Haar- und Bartpracht: Dafür bräuchte der Arbeitgeber schon gute Gründe. Im Lebensmittel­handwerk etwa kann er hygienische Bedenken gegenüber manchen Frisuren vorbringen, wenn diese zum Beispiel nicht unter ein Haarnetz passen. „Die Frage ist, ob es eine objektive Notwendigkeit für die Vorschrift gibt“, sagt Rechtsanwalt Johannes Schipp. Bei Täto­wierungen etwa sei das in den meisten Fällen schwer vorstellbar.

Die zwei Ausnahmen von der Regel

Zwei Ausnahmen gibt es: Eine Betriebs­vereinbarung kann eine Rechts­grundlage für solche Vorschriften sein - muss dann aber natürlich mit dem Betriebsrat aus­gehandelt sein. Und im Beamten­recht gibt es relativ weitreichende Regeln rund um dieses Thema, für Polizisten etwa. „Da gibt es diverse Entscheidungen zu“, sagt Rechtsanwalt Johannes Schipp. „Das ist in dem Fall aber auch eine etwas andere Welt als das reguläre Arbeitgeber-Arbeit­nehmer-Verhältnis.“

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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